Wien, holprige Landungen, Einkehr & Handlung | Mein Wochenrückblick

Veröffentlicht von SarineTurhede am

Er ist wieder da! Mein Wochenrückblick. Diesmal u. a. mit Bildern aus Wien, Feng Shui, Astrologie und der Frage, wie Handlung und Einkehr zusammenhängen. (Für nur Bilder-aus-Wien-anschauen, einfach scrollen.)

Kennst Du das auch? Du beginnst eine neue Routine. Erst läuft es gut. Dann kommt etwas dazwischen. Dann nochmal. Dann reißt der Faden ab. Und dann kommt irgendwann der Tag, wo Du Dich fragst, „Hey, das war doch eigentlich gut, warum nehme ich das nicht wieder auf?“ Und das ist der entscheidende Punkt. Denn hier ist es leicht zu sagen, „Ach, ich habe es beim letzten Mal ja auch nicht durchgehalten – hat gar keinen Sinn, das wieder anzufangen.“ Das ist die Dogmatismus-Falle. Wo alles schwarz-weiß ist. Wenn nicht alles 100%ig und jederzeit perfekt wird, dann ist es zum Scheitern verurteilt.

Ob die wohl so gewachsen sind, wie sie sich das vorgestellt haben? Ganz bestimmt.. 🙂

Es gibt aber noch eine andere Variante: anerkennen, dass Du eben nicht immer 100%ig alles so „perfekt“ umsetzt, wie Du Dir vielleicht vorher vorgestellt hast. Und trotzdem weitermachen – wenn es denn etwas war, was Dir Freude gemacht hat (manchmal brechen Dinge ja auch weg, weil sie eben doch eher eine Belastung waren – die solltest Du ruhig ziehen lassen).

Was sich natürlich entwickeln darf, wächst nicht immer geradlinig. Und ist gerade deshalb so vollkommen wunderbar.

So geht es mir heute mit meinem Wochenrückblick hier auf dem Blog. Der mir sehr viel Freude gemacht hatte – und der dann irgendwann trotzdem einfach wieder weg war. So wie das manchmal ist im Leben. Heute klopfte er plötzlich wieder an. Schön, dass Du da bist!

Ups. Haare vorm Kinn. Besser als auf den Zähnen …

Anfang der Woche war ich noch in Wien, wo es wirklich traumhaft schön war (siehe die Bilder hier zwischen den Absätzen). Weil Sonne, weil meine Schwester, weil Feng Shui gemacht. Falls ich es Dir noch nicht erzählt habe: ich mache gerade eine Ausbildung zur ganzheitlichen Beraterin, bei der Feng Shui ein Teil ist. Mein Lieblings-Teil, denn ich habe schon immer gerne meine Umgebung gestaltet. Zusammen mit den energetischen Feng-Shui-Techniken bekommt das Ganze so viel mehr Wirkungskraft.

Bin gerade dabei, eine Webseite für meine Feng-Shui-Arbeit zu erstellen. Dort kannst Du bald mehr zu dem Thema erfahren. Das Thema begleitet mich übrigens schon länger und meine ersten Artikel auf meinem Blog Road to Walden handelten davon – ich verlinke sie hier am Ende dieses Wochenrückblicks. Falls Du das Gefühl hast, Deine Wohnung könnte ein Feng Shui vertragen, kannst Du Dich natürlich auch jetzt schon gerne bei mir melden. Schreib mir einfach an hallo@sarineturhede.com.

Als ich aus Wien zurück kam, war ich erstmal damit beschäftigt, mich wieder einzugewöhnen. Ich weiß ja nicht, wie es Dir so geht, aber ich habe immer so eine Phase bei Ortswechseln, wo es ist, als käme ein Teil von mir nicht richtig mit. Früher, als ich noch Essstörungen hatte, hat sich das ganz krass darin niedergeschlagen. Oder ich bekam Depressionsschübe. Heute bin ich da einfach sehr achtsam mit mir, lege Wer darauf, für mich zu sorgen. Ich plane realistisch, bin mir bewusst, dass ich einfach Zeit für mich brauche.

Früher hätte ich mir auch nichts sehnlicher gewünscht, als dass dieses Phänomen einfach verschwinden möge. Heute sehe ich das mit mehr Gelassenheit. Bin dankbar dafür, wie viel besser es bereits ist – und akzeptiere aber auch, dass es in einem gewissen Maße noch immer in meinem Leben präsent ist.

Man könnte meinen, dass sich das negativ auf meine Arbeit auswirkt – dass ich dann nichts auf die Reihe bekomme. Aber tatsächlich ist es umgekehrt. Meine Arbeit ist der Raum, der mir hilft, alles, was mich in meinem Leben herausfordert, zu meistern. In dem Moment, wo ich meine Aufmerksamkeit auf die Begegnung mit meinen KundInnen richte, wird alles andere unwichtig und ich bin voll da. So ist das also, wenn man am richtigen Platz ist. Die eigene Berufung gefunden hat.

Die essentials für energetisches Feng Shui: Stifte, post-its die Lamas da drauf sind gaaanz wichtig 😉 ), Streichhölzer.

Wenn ich das früher gewusst hätte, dann hätte ich mich schon früher selbständig gemacht. Das ist so eine lustige Behauptung, nicht wahr? Denn in Wahrheit konnte ich ja erst durch die Selbständigkeit erfahren, dass das so ist. Wie hätte ich das vorher wissen sollen?

So hatte ich also mitten in meiner etwas holprigen Landephase ein paar sehr schöne Momente: Eine Beratung zum Thema Selbständigkeit. Die erste Sitzung einer längeren Begleitung. Es war so schön, gemeinsam mit dem Kunden (der bereits selbständig ist und sich mit mir auf den Weg gemacht hat, ins rechte Fahrwasser zu kommen) zu erarbeiten, was denn eigentlich der rote Faden ist, der sich durch seine Angebote zieht. Was die dahinterliegende Motivation ist.

Das ist ein ganz wesentlicher Teil, um im Fluss zu sein. Sich selber bewusst zu sein, woher der eigene Antrieb kommt – und wo andere bei uns andocken. Das braucht man dann nicht wortwörtlich nach außen kommunizieren, aber es ist wichtig, sich selbst darüber im Klaren zu sein. Dann ist es auf einmal ganz leicht, das, was erst vielleicht noch wie ein verknotetes Wollknäuel aussah, zu entwirren.

Da bin ich auch heute noch der Mentorin Irka Schmuck dankbar, mit deren Hilfe ich meine Selbständigkeit gestartet habe. Auch sie hat mir gleich in der ersten Sitzung geholfen, zu erkennen, warum ich eigentlich das mache, was ich mache. Ich nehme nicht viel Hilfe von außen in Anspruch, habe meist eher das Bedürfnis, Sachen selbst herauszufinden. Aber ein paar Dinge gibt es, von denen ich mir sicher bin, dass ich sie ohne den Blick von außen nicht hätte erkennen können. Und schon gar nicht so schnell. Die Fähigkeiten bzw. der Wert, die im Kern meiner Angebote stecken, gehören definitiv dazu.

Neben der Beratung hatte ich einen Foto-Auftrag für die Webseite einer Kundin. Es ging darum, ihre Einzelarbeit mit KlientInnen darzustellen. Diese Art von In-Action-Fotografie gefällt mir sehr – gerade weil sie eine Abwechslung zur Porträtfotografie darstellt. Bei der Porträtfotografie bin ich ja diejenige, welche die Menschen vor der Kamera in einen energetischen Raum führt. Einen Raum, in dem sie sich entspannen, sich bereit machen, sich zu öffnen und zu zeigen. Da ist meine Führung gefragt.

Bei meinen Foto-Aufträgen arbeite ich mit Menschen mit interessanten Berufen: zum Beispiel Schamaninnen. Das Werkzeug, was hier auf dem Bild zum Einsatz kommt ist eine tibetanische Phurba.

Bei In-Action-Aufträgen ist es umgekehrt – ich begleite meine AuftraggeberInnen in die Räume, die sie mit ihrer Arbeit kreieren und mache diese Energie mit der Kamera sichtbar. Da ist die Herausforderung, der Energie zu folgen, den Fluss zu begleiten und mich von ihm führen zu lassen – und ihn so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Und wie das so oft ist, als ich dank der Ablenkung durch die Arbeit mal wieder meinen Frieden damit geschlossen hatte, dass das Ankommen im Alltag nach einer Reise nunmal etwas ruckelig ist, stieß ich „zufällig“ auf einen Artikel auf Instagram, in dem eine Astrologin über die aktuelle Zeitqualität schrieb – und der genau das beschrieb, was ich auf der Gefühlsebene durchlaufen hatte.

Ich finde es immer sehr wohltuend daran erinnert zu werden, dass unsere scheinbar sehr individuellen Situationen eingebettet sind in ein kollektives Bewusstseinsfeld. Falls Dir das ähnlich geht und Du auf Instagram bist, schau Dir mal die Seite Inner Wisdom von Tanja Brock an. Ich mag solche dichten Texte, die quasi eine richtige Mahlzeit sind und nicht so kalorienarmes Zeug, was man nebenher snackt, ohne dass etwas hängenbleibt. (Es war übrigens ihr Post zum rückläufigen Pluto, den ich so erhellend fand.)

A propos sättigende Lektüre: ich lese gerade Der Weg nach Innen von Sai Baba. Der ist hier auf Amritabha ja sehr präsent und neulich wurde ich auf einmal neugierig, mehr über ihn zu erfahren. Die Antwort kam auch sofort: ein Besucher brachte nach einer Wohnungsaufgabe einige Bücher von und über Sai Baba mit.

Der Weg nach Innen besteht aus thematischen Kapiteln mit kurzen Absätzen, die Aussagen von Sai Baba zu dem jeweiligen Thema sind. Das liest sich natürlich nicht so weg, wie ein Roman, sondern jeder Absatz hält eigentlich dazu an, über das Gesagte nachzudenken.

Da steht dann z. B.:

„23. Ohne Handeln (karma) ist es sehr schwierig, Fortschritte zu machen. Selbst die Weisen müssen handeln. Sie sind jedoch wie Schwäne, die ihre Federn und Flügel schütteln, wenn sie aus dem Wasser kommen, und dann so trocken sind wie zuvor. Ihr Tun bleibt ohne folgen für sie. Sie arbeiten ohne Ego, ohne Verlangen. Es ist ihre Natur, der Welt Gutes zu wünschen, und ihre Arbeit dient der Wohlfahrt der Welt.“

Aus dem Kapitel „Hingabe, Handeln und Erkenntnis“ – Der Weg nach Innen – Sathya Sai Baba

Das ist es, was für mich die gelebte Spiritualität ausmacht. Es geht eben nicht darum, „nur“ zu meditieren. Keine Frage, es braucht ganz viel Zeit für Stille und Raum, sich auf sich selbst und die inneren Welten einzulassen. Ich brauche das ganz stark, sonst bin ich nicht verankert, sondern wie ein Blatt im Wind. Aber es braucht diese Verankerung im Innen eben nicht als Selbstzweck, sondern um in der Welt zu sein und handeln zu können.

Diese Kraft, die Du in der Stille schöpfst, die will gelebt werden.

Noch so ein Schriftzug, der mich angesprochen hat.

Diese Erkenntnis kommt mir immer wieder, wenn ich auf mein Leben und alles, was ich getan habe, zurück blicke. Wenn ich mich und meine Handlungen auf den Prüfstand stelle. Denn ich bin schnell dabei, in Aktion zu gehen, manchmal auch vorschnell. Ich neige absolut dazu, durch vorschnelles Handeln auch mal Energie zu verpulvern. Aber eines sehe ich auch immer wieder: letztlich habe ich immer durch meine Handlungen gewonnen. Nämlich die Erfahrung.

Ganz oft kommt nicht das heraus, was ich im Vorfeld gedacht habe. Und es gibt Dinge in meinem Leben, von denen mir lange nicht klar war, warum ich nicht anders konnte, als sie weiter lebendig zu halten – obwohl doch scheinbar nichts dort zurück kam.

In dem Moment, wo Dir bewusst wird, dass es um die Erfahrung geht und Du aus jeder Handlung um eine Erfahrung reicher wirst (wenn Du sie reflektierst), da wird Dir auch klar, dass es einfach keine Handlung gibt, bei der „nichts“ heraus kommt.

Als ich das verstand, konnte ich auch den Wert erkennen in all diesen Handlungen, bei denen ich mich fragte, warum ich sie nicht lassen konnte obwohl sie doch „nichts gebracht“ hatten. Denn überall, wo ich gehandelt hatte und das Resultat scheinbar war, dass das so nicht funktionierte, ja, da hatte ich trotzdem gelernt.

Alles, was Du in Handlung bringst, das funktioniert, baut auch auf den Erfahrungen auf, was nicht funktioniert. Es ist nur leicht, das zu übersehen.

Und dann die Sache mit dem „ohne Verlangen“. Ja, da geht es eigentlich genau darum, nicht wahr? Ich verstehe das jedenfalls nicht so, dass wir keine Wünsche und Absichten mit unseren Handlungen haben dürfen. Es sind ja die Wünsche und Absichten, die uns dazu bewegen, etwas in Handlung zu bringen. Wir sollten uns nur nicht an ihnen festklammern, sondern dafür offen sein, dass das nunmal so ist: es kommt nicht immer auf die Weise zurück, von der wir im Vorfeld ausgehen. Aber es kommt!

Total begeistert von dieser Insta-würdigen Pflanzeninstallation im Badezimmer meiner Schwester. Praktisch: Die Pflanze ist so voluminös, die macht quasi noch den Duschvorhangs-Job mit.

Erst neulich las ich ein Zitat von Picasso, was das auch gut ausdrückt:

Ich habe eine Idee und dann wird etwas anderes draus.

Picasso

Das hat mich früher schier wahnsinnig gemacht, wenn ich die Dinge nicht so umsetzen konnte, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Und es hat einige Male dazu geführt, dass ich mich zurückzog. Dass ich aufhörte zu handeln. Hat doch keinen Sinn, wenn nicht das dabei herauskommt, was ich will! Oder?

Es ist eine unglaubliche Befreiung zu verstehen, dass es nicht darum geht. Dass die eigentliche Freude an Kreativität gar nicht daran gebunden ist, dass die Dinge genau so werden, wie wir sie uns vorstellen. Die Freude steckt darin, dass etwas aus dem entsteht, was wir in Bewegung setzen. Eigentlich steckt noch viel mehr Zauber darin, dass die Dinge ein eigenes Wesen entfalten.

Also, lass Dich nicht entmutigen. Sei kreativ. Gib Dir Zeit für Stille und Einkehr.

Hier finden Dich die Ideen, die von Dir in die Welt gebracht werden wollen. Und dann hab den Mut, zur Tat zu schreiten. Dich an die Umsetzung zu machen, in dem Bewusstsein, dass womöglich etwas ganz anderes dabei heraus kommt.

Gestatte Dir einfach die Freude am kreativen Prozess. Spüre die Erfüllung darin, Deinen Teil dazu beizutragen. Ohne den Anspruch, dass deine Absicht das Ergebnis bestimmen muss. Danke ihr einfach dafür, dass sie Dich dazu gebracht hat, Dich auf den Weg zu machen.

Aus kreativstem Herzen an dein kreatives Herz,

Sarine

PS: Hier noch wie versprochen der Link zu den Feng Shui-Artikeln


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